by Gyokko
Aschehain Kyusu
Die Oberfläche dieser Kyusu erinnert an verwitterte Baumrinde: Feine, unregelmäßige Spuren ziehen sich über ihren breiten, flachen Körper. Dunkle, erdige Farbtöne dominieren und werden von sanften rotbraunen Partien durchbrochen, die dem strukturierten Ton Wärme verleihen. Dieser Farbwechsel wird als yōhen (窯変) bezeichnet und entsteht während des Brennvorgangs. Dabei werden Teile der Teekanne mit Reishülsen bedeckt. Die bedeckten Bereiche behalten ihre rötliche Farbe, während die unbedeckten Partien nachdunkeln. Das Zusammenspiel von Farbe und Relief verleiht der Kanne einen natürlichen, zurückhaltend ausdrucksstarken Charakter.
Der sanft gewölbte Deckel trägt feine, strahlenförmige Linien, die vom länglichen Knauf nach außen verlaufen. Am Kannenkörper bilden kürzere, unregelmäßige Vertiefungen eine kontrastierende Struktur. Der lange Seitengriff verbreitert sich zu seinem offenen Ende hin und gleicht die großzügigen Proportionen der Kanne aus, während die kurze Tülle ihre kompakte Silhouette unterstreicht.
Im Inneren hält ein fein durchlöcherter Tonfilter die Blätter beim Ausgießen zurück. Der breite, flache Innenraum bietet japanischen Grünteeblättern reichlich Platz zum Entfalten und verbindet praktische Aufgusseigenschaften mit einer unverwechselbaren handgefertigten Oberfläche.
Entdecken Sie weitere Stücke der Asche-Serie: Ascheregen Teeschale.
Geschrieben von Sven
Über Gyokko
Gyokko ist eine 1961 gegründete, familiengeführte Töpferwerkstatt in Tokoname, einem der sechs traditionsreichen Keramikzentren Japans. Heute fertigt die Werkstatt bereits in dritter Generation japanisches Teegeschirr von Hand, darunter Kyusu-Teekannen, Shiboridashi und Teeschalen. Dabei verbindet sie traditionelles Handwerk mit Präzision, Funktionalität und einer schlichten, zeitlosen Ästhetik.
Die Herstellung einer Gyokko-Teekanne umfasst rund 40 Arbeitsschritte, die von erfahrenen Handwerkern ausgeführt werden. Kannenkörper, Deckel, Tülle und Griff werden einzeln geformt und sorgfältig zusammengesetzt. Besonderes Augenmerk gilt dem passgenauen Sitz des Deckels, dem Winkel der Tülle für ein sauberes Ausgießen und der Position des Griffs für eine angenehme Handhabung. So entsteht Teegeschirr, das den individuellen Charakter handgefertigter Keramik mit der Zuverlässigkeit und Raffinesse meisterlichen Handwerks verbindet.
Im folgenden Video zeigen wir unseren Besuch in der Gyokko-Werkstatt in Tokoname, wo wir die Teegeschirrstücke in Auftrag gegeben haben, die jetzt bei Nannuoshan erhältlich sind.
Kategorien japanischen Teegeschirrs
Japanisches Teegeschirr lässt sich grob in drei Kategorien einteilen: kikai, industriell hergestelltes Teegeschirr; shokunin, von erfahrenen Handwerkern gefertigte Stücke; und sakka, Werke einzelner Keramikkünstler.
Gyokko gehört zur shokunin-Tradition. Dabei entwickelt ein Meister eigene Entwürfe, die von erfahrenen Töpfern vollständig von Hand umgesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen handwerkliche Präzision, Funktionalität und Ergonomie. Statt einmaliger Kunstobjekte entstehen durchdacht gestaltete Stücke, die sich durch ihre angenehme Handhabung und ihr gutes Ausgießverhalten auszeichnen. Sie verbinden die bemerkenswerte Beständigkeit einer eingespielten Werkstatt mit der Qualität handgefertigten Teegeschirrs zu einem erschwinglichen Preis.
Mehr über die drei Kategorien japanischer Keramik erfahren Sie in diesem Video.
- STUDIO: Gyokko
- MATERIAL: Unglasierter schwarzer Ton (kokudei 黒泥)
- HERKUNFT: Tokoname, Aichi, Japan
- FASSUNGSVERMÖGEN: 150 ml
- HÖHE: 5,4 cm
- BREITE: 12,5 × 15,5 cm